Aktuelles

Die Gottesdienste des aktuellen Monats und die kommenden Taufsonntage finden Sie auf der Startseite des Pastoralraums Oberaargau und auch online im aktuellen Pfarrblatt.

Maria & Josef gesucht...

Für das Krippenspiel an Heiligabend werden junge Schauspieler*innen gesucht.

Rosenkranz und Frauenkreis

Am Donnerstag, 18. Oktober, 19.45 versammeln sich die Frauen der Pfarrei zum Rosenkranzgebet. Anschliessend lädt Hilde Kleiser zu einer meditativen EInheit Auftanken für den Alltag - In der Ruhe Kraft finden. Zum gemütlichen Beisammensein treffen sich die Frauen im Pfarreisaal.

Rückblick: Gottesdienst am Arbeitsplatz

Wenn Probleme und Müll entsorgt werden

Beim diesjährigen Gottesdienst am Arbeitsort öffnete am Sonntag, 14.Oktober der Entsorgungsbetrieb Leuchtturm seine Tore und gewährte interessante Einblicke in die Alltagsarbeit. Die ökumenische Feier wurde von Pfarrer Peter Käser sowie dem katholischen Pastoralassistent Niklaus Hofer gestaltet.

'Dong – dong – dong' -  Pünktlich um 10 Uhr schlug es in der Werkhalle des Entsorgungshofes 'Leuchtturm' zehn Mal. Aber nicht Glocken luden zum Gottesdienst ein, sondern ein, dem Thema entsprechend, entsorgtes Löcherbecken aus Metall. Christian Schmid, der zusammen mit seinen Eltern Sam und Sue Schmid für die musikalische Umrahmung sorgte, läutete mit ihm den Ökumenischen Gottesdienst ein, der seit einigen Jahren immer an unterschiedlichen Arbeitsorten gefeiert wird. Das diesjährige Thema entSORGEN wurde auch vom Trio Schmid aufgenommen und musikalisch à la 'Pfuri, Gorps und Kniri' oder 'Stomp' mit viel Kreativität und Abfallmaterialien unterhaltsam umgesetzt.
Nach der Begrüssung durch Pfarrer Peter Käser liess Thomas Grob, Leiter des Leuchtturms, den lauten Arbeitsalltag für einen kurzen Moment aufleben, in dem er den riesigen Schredder laufen liess. Anschliessend stellte er in einem Interview mit Thomas Eggler, Kirchgemeinderat, die Aufgaben des Entsorgungsbetriebs genauer vor. Was vor 14 Jahren mit Elektroschrott in einer Halle auf einer Fläche von 60 m2 begann, sei nun auf den heutigen Betrieb und auf 2‘000 m2  angewachsen. Die 30 Mitarbeiter würden alles  materialgerecht trennen und zum Teil für die Wiederverwertung aufbereiten. Was noch brauchbar sei, werde in der Brocki wieder verkauft. Auf die Frage, ob ihn auch schon entsorgte Gegenstände überrascht hätten, antwortete Thomas Grob: 'Ich musste schon mit einer Packung Munition zur Polizei, denn die dürfen wir nicht entsorgen. Mich erstaunt mehr, welche Fantasie Menschen an den Tag legen, wenn es darum geht, Geld zu sparen. So fanden wir in einem PET-Sack schon einmal einen sorgfältig zerlegten Nachttisch!' Das korrekte Entsorgen von Gegenständen sei jedoch nicht die Hauptaufgabe des Leuchtturms, fügte Thomas Grob an. Das wichtigste Anliegen des Betriebes sei, Menschen, die am Rand der Gesellschaft stehen würden, länger arbeitslos seien und kaum mehr Chancen für eine Wiedereingliederung hätten, eine Zukunft zu bieten. Das entSORGEN versuche er täglich bei seinen Mitarbeitern, denn er möchte für ihre Sorgen ein offenes Ohr haben, sie bei Fragen beraten können und ihnen wieder zurück in ein geregeltes Leben helfen können.
Auch der Predigttext (Matthäus 11, 28 – 30) handelte an diesem Morgen von Sorgen, die losgelassen werden können. Teresa von Avila, spanische Heilige aus dem 16.Jahrhundert, habe das Bild der Seele mit verschiedenen Räumen verwendet, erklärte Pastoralassistent Niklaus Hofer. Wie im wahren Leben, wo sich Keller und Estrich schnell mit Gegenständen füllen würden, seien auch in diesen Räumen oft Dinge, die wir eigentlich entsorgen sollten. Im Predigttext sage Jesus, kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid. Er sei wie ein Entsorgungshof für unsere Leiden und Probleme. Wir müssten nur die Türen unserer Seelenräume öffnen und alles Entsorgbare zu ihm bringen.
Bevor die zahlreich erschienenen Besucher das Gelände der Brocki und des Leuchtturms verliessen, konnten sie sich in der mit Recycling-Material gefüllten Halle umsehen, bei einem reichhaltigen Buffet stärken und sich über das Gehörte und Gesehene miteinander austauschen. Ein blauer PET-Sammelbehälter in Miniaturgrösse, den jeder Besucher mit nach Hause nehmen durfte, wird alle im Alltag daran erinnern, dass in unserer Wegwerfgesellschaft das Sammeln und Wiederverwerten zu einem Muss geworden ist. (Text von Gabi Jost)

 

In der Schatzkammer der Hofkirche Luzern - Miniausflug 2018