Ehemalige Pfarreivereine

Der Katholikenverein Wangen an der Aare und Umgebung (1944-2013) und der röm.-kath. Kultusverein NIederbipp-Oberbipp (1947-2013) waren eine für die Diaspora im Kanton Bern typische Organisationsform.

In ihren Ursprüngen hatten die beiden Pfarreivereine die Aufgabe, die katholische Seelsorge und den katholischen Gottesdienst zu ermöglichen.

Später nahmen die Vereine ihre Beratungs-, Planungs- und Steuerungsaufgaben in Zusammenarbeit mit anderen kirchlichen und staatskirchlichen Gremien wahr (z.B. Pfarreigruppen und Kirchgemeinderat).

In Zusammenhang mit dem Pfarreijubiläum '50 Jahre St. Christophorus' (2011/2012) wollten wir in der Pfarrei mehrere Ziele erreichen. Eines der Ziele war die Entwicklung zukunftsfähiger Strukturen für die Pfarrei Wangen-Niederbipp.

Eine erste Etappe zur Erreichung dieses Ziels war die Auftragserteilung für dieses Projekt. Deshalb haben die Hauptversammlungen von Kultusverein und Katholikenverein am 20. bzw. 22 März 2012 einstimmig beschlossen, dass neue Pfarreistrukturen zu erarbeiten sind.

Die Präsidentin des Kultusvereins, Bianca Kreuchi, der Präsident des Katholikenvereins, Arnold Heynen, die Kirchgemeinderätin Christine Käser und Pfr. Maier wurden an der jeweiligen Hauptversammlung der beiden Pfarreivereine einstimmig beauftragt, als 'Arbeitsgruppe neue Strukturen' diese Aufgabe in Angriff zu nehmen und an Christkönig 2012 den Mitgliedern des Katholiken- und des Kultusvereins sowie der Pfarrei mögliche neue Pfarreistrukturen vorzulegen.

Am 25. November 2012, dem Hochfest Christkönig, wurden nach dem Sonntagsgottesdienst in St. Christophorus den Pfarreiangehörigen die weiteren Schritte erklärt und die nächsten Daten für die Umsetzung bekanntgegeben.

An den letzten Hauptversammlungen der beiden Pfarreivereine (Kultusverein: 5. März, Katholikenverein: 7. März 2013) wurden diese neuen Strukturen vorgestellt und die beiden Pfarreivereine aufgelöst.

HV Kultusverein und HV Katholikenverein März 2013

Am darauffolgenden Laetaresonntag, 10. März 2013, wurden nach der Eucharistiefeier in Heiligkreuz von den anwesenden Pfarreiangehörigen drei neue Reglemente verabschiedet und ein Pfarereirat eingesetzt. (Siehe: Pfarreirat.)

Die Aufgabe der 'Arbeitsgruppe neue Strukturen' fand an Pfingsten 2013 ihren offiziellen Abschluss. Zur Erinnerung an die beiden Pfarreivereine und ihre Präsidenten wurde als Zeichen des Dankes vor St. Christophorus ein Rebstock und vor Heiligkreuz ein Rosenstock gepflanzt. 

Pfingsten 2013: Mit Hilfe der jüngsten Gottesdienstbesucer haben wir eine Rose und eine Rebe gepflanzt.

 

Mit diesen Bildern von den Hauptversammlungen im März 2013, den 'Pflanzaktionen' an Pfinsgtsonntag in Heiligkreuz und am Pfingstmontag in St. Christophorus sowie drei Texten, wollen wir an die Geschichte der ehemaligen Pfarreivereine erinnern. Der erste wurde von Arnold Heynen für die Homepage verfasst, die anderen beiden erschienen in den letzten Jahren als Pfarrblattartikel.

Katholikenverein Wangen an der Aare und Umgebung

Vor Beginn des 20. Jahrhunderts waren im ganzen Gebiet des Bipperamtes praktisch keine Katholiken ansässig. Erst durch die Industrialisierung lassen sich Anfänge einer katholischen Bevölkerung erkennen. Im Jahr 1909 zählte beispielsweise Wangen a. A. 8 Katholiken, und 1930 waren es bereits 97. Im Jahr 1925 wurde Wangen und Umgebung der neu gegründeten Pfarrei Langenthal zugeteilt und kurz darauf übernahm Deitingen die seelsorgerische Betreuung. Der Besuch des Gottesdienstes wurde mit Hilfe einer Benzinrangier-Lokomotive mit einem Personenwagen eigens für die Katholiken organisiert. Die Benzinrationierung während des 2. Weltkrieges zwang zur Aufgabe dieses Sonderzuges. Das gab den verstärkten Impuls, sich nach einer eigenen Liegenschaft in Wangen umzusehen. Vielseitiges Zusammenwirken führte zur mietweisen Erwerbung des Fabrikareals der Firma Obrecht & Söhne, das in eine Notkapelle umgestaltet wurde. Am 21. Mai 1944, dem Gründungsjahr des Katholikenvereins, wurde von Pfarrer Louis Aubry der erste Gottesdienst gefeiert. Auch in der Folgezeit wurde der Gottesdienst von den Geistlichen des Kinderheims Deitingen besorgt, bis Dr. Alois Müller, Religionslehrer an der Kantonsschule Solothurn, die Seelsorge in Wangen a. A. übernahm (1951 – 54). Ein wichtiger Schritt stellte der Kauf eines Platzes für eine später zu bauende Kirche dar. Im September 1955 begann der erste Pfarrer, Willy Portmann, seine Tätigkeit in Wangen. Der neue Pfarrer erkannte seine erste Aufgabe im Bau einer Kirche. Mit einem denkbar grossen Einsatz in Bettelpredigten und Sammelaktionen sicherte er die materielle Grundlage, und schon am 4. Adventssonntag 1962 konnte die Christophoruskirche – ein Werk des Architekten Walter Moser aus Zürich – durch Bischof Franziskus von Streng eingeweiht werden. Der Kirchenbau konnte schon in den folgenden Jahren durch den Einbau einer Orgel vollendet werden. Die von Jean Hutter künstlerisch geschmückte Kirche zählt heute zu den schönsten im Oberaargau. Nach einer Totalsanierung der Fassade 2010, ertönen 2012 die Klänge einer neuen Orgel. Nach Pfarrer Willy Portmann, der Wangen 23 Jahre treu blieb, folgten die Herren Pfarrer Hans Renggli, Gallus Bechtiger, Willi Hofstetter. Seit 1998 steht Pfarrer Alex L. Maier im Dienste der Pfarrei. Er wurde 2010 von Dr. Kurt Koch, damaliger Bischof des Bistums Basel, zum nichtresidierenden Domherrn des Standes Bern ernannt. Arnold Heynen

Röm.-kath. Kultusverein Niederbipp-Oberbipp

Am Wochenende vom 8./9. September 2001 feiern wir den 25. Jahrestag der Weihe unserer Heiligkreuz-Kirche. Dieses Jubiläum soll uns freudiger Anlass sein, mit dem Festgottesdienst und mit dem anschliessenden Zusammensein zu danken. Feiern bedeutet auch Dank für alles, was in der Pfarrei hat geschaffen werden können. Am 15. August 1942 (Maria Himmelfahrt) wurde in Niederbipp erstmals ein katholischer Gottesdienst gehalten. Der Anlass zur Eröffnung eines kath. Gottesdienstes ergab sich aus dem Umstand, dass während des Krieges einige Franzosenkinder für einen mehrmonatigen Aufenthalt in unserer Gemeinde untergebracht waren. Die Gemeindebehörden waren dafür besorgt, dass diese Kinder einen kath. Gottesdienst besuchen konnten und stellten zu diesem Zweck ein Schulzimmer im Schulhaus Unterdorf (heutiges Gemeindehaus) gratis zur Verfügung. Nach dem Wegzug der Kinder wurde von der Gemeinde die Benützung des Schulzimmers weiterhin bewilligt. Am 24. 3. 1947 wurde unter dem Namen Kultusverein Niederbipp der heutige Verein gegründet. In diesem Jahr ergab sich auch die Gelegenheit eine Liegenschaft mit Fabrikations- u. Lagerraum am Zollwegli zu erwerben. Die Möbelhalle wurde zu einer schlichten Kapelle mit Sakristeiraum umgebaut und am 9. Dezember desselben Jahres feierlich eingeweiht. Es wurde schnell klar, dass dieser Ort zur Feier der Gottesdienste als Provisorium anzusehen war, da die Zahl der Katholiken in unserer Diasporagemeinde ständig wuchs. Im Kultusverein, mit Pfr. Willi Portmann als Präsident, sah man die Notwendigkeit eines Kirchenneubaus in Niederbipp. Bei Verhandlungen und Gesprächen mit Vertretern des Kirchgemeinderates Langenthal und des Kultusvereins Niederbipp war man sich bald einig, dass die Kirchgemeinde Langenthal als Bauherrin gelten soll und der Kultusverein in der Ausführung des Vorhabens ein Mitbestimmungsrecht behielt. Am 2. 7. 1968 erwarb die röm.-kath. Kirchgemeinde Langenthal an der Hintergasse in Niederbipp die Liegenschaft Born. Nach mehrjährigem Planen und Rechnen wurde am 13.5.1975 in einer schlichten Feier in Anwesenheit von Mitgliedern des Kirchgemeinderates Langenthal, der Gemeindebehörden Niederbipp, der Baukommission und einer Anzahl Gläubigen durch Dr. Othmar Hafner, Präsident der Baukommission, der erste Spatenstich vollzogen. Unser im Jahr 2000 verstorbene Seelsorger Dr. Franz Wigger empfahl bei diesem Anlass in seinem Gebet die Bauarbeiten dem Schutze und der Führung Gottes. Die Arbeiten konnten programmgemäss eingehalten werden. Für die Finanzierung der Inneneinrichtung fand am 30. April, 1./2. Mai 1976 ein Basar statt. Die Vorbereitungen hierfür liefen ab Herbst 1975 auf Hochtouren. Erfreulich viele Handarbeiten, Backwaren Spezialitäten usw. wurden von Mitmenschen unseres Dorfes und umliegenden Gemeinden gespendet. Die drei unvergesslichen Basartage waren ein Dorffest besonderer Art, fand doch dabei am 1. Mai die Glockenweihe durch Domdekan Felix Schmid, Solothurn statt. Ein besonderes Ereignis! Die drei geschmückten Glocken wurden zuvor auf einem bekränzten Wagen mit Pferdegespann durch das Dorf gefahren. Bei der reformierten Kirche wurde ein Begrüssungshalt eingeschaltet, um unserer Verbundenheit mit unseren reformierten Mitchristen Ausdruck zu geben. Der Aufzug der Glocken wurde umrahmt von Liedern der Bipper Schuljugend und den Klängen der Musikgesellschaft Niederbipp. In einer ergreifenden Feier fand am 18. Juli 1976 die Einweihung unserer Heiligkreuz-Kirche durch Bischof Dr. Anton Hänggi, Solothurn, statt. Der Name «Heiligkreuz» wurde von den Mitgliedern des Kultusvereins Niederbipp bewusst gewählt, ist doch das Kreuz Christi das gemeinsame Symbol, welches die Menschen aller christlichen Gemeinschaften eint. Es bleibt uns zu erwähnen, dass der Bau und die Innenausstattung unseres Kirchenzentrums nur durch grossen Einsatz vieler Frauen und Männer möglich gewesen war, denen wir hier gar nicht namentlich danken können. So, wie wir auch nicht all diejenigen aufzählen können, die während eines Vierteljahrhunderts die Heiligkreuz-Kirche zu einem Ort der Begegnung gemacht haben. Das Jubiläum begehen wir am Sonntag, 9. September 2001 mit einem Festgottesdienst und anschliessendem Pfarreifest. Feiern Sie mit uns! Julia Häubi, Niederbipp

 

Orgel in Heiligkreuz NiederbippAn Christi Himmelfahrt 2006 wird in Heiligkreuz eine Pfeifenorgel aus der Werkstatt von Arno Caluori (Chur) eingeweiht. Die Orgel ist sowohl optisch als auch klanglich ein Schmuckstück und hat bereits ihre Geschichte. Sie wurde 1991 von Arno Caluori für einen Privathaushalt angefertigt. Somit ist sie für einen kleinen Raum wie Heiligkreuz mit seiner wohnzimmerähnlichen Akustik sehr gut geeignet. Im letzten Jahr wurde sie von ihrer Eigentümerin dem Kornhaus Burgdorf (Schweizerisches Museum für Volkskultur) geschenkt. Bereits kurze Zeit später musste das Kornhaus jedoch seinen Betrieb einstellen, und die katholische Kirchgemeinde Langenthal konnte die wertvolle Orgel zu einmaligen Bedingungen für die Kirche Niederbipp 'adoptieren'. Damit kann sie der Pfarrei Wangen-Niederbipp einen lange gehegten Wunsch erfüllen. Das Bedürfnis nach einer Orgel war in Niederbipp spätestens zu Beginn der Neunziger Jahre bei vielen Pfarreiangehörigen zum Ausdruck gekommen. Die Mittel zum Bau einer Pfeifenorgel waren jedoch nicht vorhanden, so dass man 1994 den Anfang mit einem digital gesteuerten Instrument machte. Nun darf also, wenige Wochen vor dem 30. Weihetag der Kirche, in Heiligkreuz eine vollmechanische Pfeifenorgel eingeweiht werden! Es handelt sich dabei um ein so genanntes Orgelpositiv, eine transportable Kleinorgel. Die Gestaltung des Gehäuses mit Goldschmuck, aber auch der Klang haben barocke Vorbilder. Gespielt wird die Orgel auf einer Manualklaviatur und einem an diese angekoppelten Pedal – das eventuell später noch um ein Bassregister ausgebaut wird. Die acht Register, welche wahlweise im Sopran oder im Bass eingeschaltet werden können, ergeben einen aussergewöhnlich reichen und farbigen Klang, der vor allem dem grossen Repertoire süddeutscher und italienischer Orgelmusik des 17. und 18. Jahrhunderts entgegen kommt. Hervorragend geeignet ist die neue Orgel  auch für Kammermusik. In dieser Qualität werden wir sie im Einweihungsgottesdienst vorstellen, wo sie gleich die ungewöhnliche Partnerschaft mit einem Marimbaphon, gespielt von Dominik Alig, eingehen wird. Solistisch wird sie zum ersten Mal im Abendgottesdienst vom Sonntag, 28. Mai, 18 Uhr erklingen. Eine kurze Demonstration am Instrument selbst mit einigen Musikstücken wird auch Teil der Hauptversammlung des Kultusverein vom 31. Mai sein. Kirchgemeinderat, Kultusvereinsvorstand, Pfarrer, Orgelbauer und OrganistInnen freuen sich sehr, wenn Sie sich bei diesen und vielen weiteren Gelegenheiten mit Ihrer neuen Orgel anfreunden!  Regula Schneeberger