Die Pfarrkirche St. Christophorus in Wangen an der Aare

 

Patrozinium: 24. Juli - Hl. Christophorus - Kirchweihe: 23. Dezember 1962

Architekt: Walter Moser, Zürich | Kirchenfenster: Max Rüedi, Zürich
Plastischer Schmuck: Jean Hutter, Solothurn

Orgel:
Metzler Orgelbau, Dietikon

Glocken:
  Christophorusglocke (550 kg) | Marienglocke (750 kg) | Christkönigsglocke (1010 kg) 
Dreifaltigkeitsglocke (1075 kg). Das in den Tönen c - es - f - g gestimmte Geläut wurde 1962 bei Rüetschi in Aarau gegossen.   

Röm.-kath. Pfarrkirche St. Christophorus in Wangen a. A.

Über das Leben unseres Kirchenpatrons St. Christophorus ist nicht viel bekannt: In Kleinasien hat er vermutlich unter Kaiser Decius (um 250 n.Chr.) das Martyrium erlitten.  Aus seinem Namen (Christophorus = Christusträger) hat sich die Legende entwickelt, er habe das Christuskind auf seinen Schultern über einen Fluss getragen.

Die Bronzeplastik über dem Kircheneingang symbolisiert diese Legende. Christophorus von Jean Hutter über dem Eingang der röm.-kath. Pfarrkirche in Wangen a.A.Ein Fresko des Heiligen Christophorus befindet sich ebenfalls in der neben dem Salzhaus in Wangen an der Aare gelegenen reformierten Kirche. Diese hatte den Heiligen Christophorus wohl schon vor der Reformation (1528) als Patron. Wahrscheinlich hängt dies mit der Lage des im 12. Jahrhundert durch die Zähringer gegründeten Städtchens Wangen am Aareübergang zusammen.    

Gebaut wurde unsere Pfarrkirche 1961/1962 vom Architekten Walter Moser (geb. 1931 in Schaffhausen, nach dem Architekturstudium an der ETH Zürich 1958/60 bei Alvar Aalto in Helsinki tätig, 1961 eigenes Architekturbüro in Zürich). Sie ist ein interessantes Beispiel für den katholischen Kirchenbau kurz vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965), denn einerseits finden wir keine Kanzel mehr und haben einen freistehenden Altar, andererseits begrenzt noch eine Kommunionbank den Übergang zum Altarraum. Walter Moser, der noch rund 20 Kirchen gebaut hat (u.a. das Dominikanerinnenkloster mit Klosterkirche St. Dominikus in Ilanz GR), beschreibt in der Festschrift zur Einweihung der Kirche am 23. Dezember 1962 sein Werk wie folgt (Auszug):

Der Kirchenraum stellt die Hülle dar, in der die Gegenwart des Herrn in der Feier seiner heiligen Geheimnisse inmitten der Gemeinde sich ereignet. Für die Gestaltung dieser Hülle genügt die bloss zweckmässige Konstruktion nicht; so wurde versucht, einen Raum zu schaffen, der dem modernen Menschen innere Sammlung und vertieftes Gemeinschaftsgefühl ermöglichen soll. Die gebogene Chorwand nimmt das ganze Streben der Gläubigen zu Gott auf wie eine Schale und bildet mit ihrer umfassenden und sammelnden Gebärde den Altarraum. Der frei im Chor stehende Altar ist das Zentrum der ganzen Kirchenanlage. Der Gedanke, der um den Altar sich scharenden Gemeindeglieder, hat in diesem Bau seine formale Verwirklichung in der kreisförmigen Anordnung der Bestuhlung gefunden. Die Holzdecke hat die entsprechende Formgestaltung ebenfalls übernommen. Durch diese Anordnung wird die Kirche kurz und breit, die Distanz zwischen den Gläubigen und dem Altar wird dadurch auf ein Mindestmass reduziert und vermag damit die Intensität des Gottesdienstes zu steigern. Für die Verkündigung des Wortes Gottes ist der Chorrundung eine zweite kleine Apside beigefügt, die diesen Ort deutlich festlegt und ihm den entsprechenden räumlichen Halt gibt.

Die Kreuzwegstationen im siebenstufigen Vorhof der Kirche sowie der künstlerische Schmuck der Kirche (Osterleuchter, Taufstein, Tabernakel und Kreuz) wurden vom Plastiker Jean Hutter geschaffen. Die Glasmalereien stammen vom Zürcher Künstler Max Rüedi (geb. 1925).  

Im Sommer 2005 wurde die Kirche innen renoviert und am Christophorusfest wieder eingesegnet.

Im Sommer 2009 wurde das Äussere der Kirche und des Turms renoviert (Betonsanierung und neue Fenster).

Die im Frühjahr 2012 eingebaute Metzler-Orgel wurde von Bischof Dr. Felix Gmür am 19. August 2012 eingesegnet.

Der Chorraum von St. Christophorus bei einem Rorategottesdienst